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Frühe Förderung: Was ist das eigentlich?

Frühe Förderung ist in aller Munde…

Immer wieder liest und hört man, dass die Frühe Förderung sehr wichtig ist für Vorschulkinder. Sie erhöhe die Chancengleichheit und sorge dafür, dass die Kinder später bessere schulische Leistungen zeigten. Da fragt man sich doch, was denn diese Frühe Förderung konkret ist? Frühchinesisch? Förderkurs? Früh-Musik-Unterricht? 

Viele Neu-Eltern setzen sich selbst sehr unter Druck, dem Kind die best-möglichste Förderung zu ermöglichen. Eine gute frühe Förderung ist allerdings nicht von einem Kurs oder Angebot abhängig, sondern von den alltäglichen Rahmenbedingungen, die die Eltern oder auch ganz allgemein die Gesellschaft/der Staat dem Kind ermöglichen. Dabei geht es um viel grundlegendere Themen, als eine Fremdsprache zu lernen oder eine spezifische Fertigkeit einzuüben.

Das Netzwerk Kinderbetreuung hat sich einmal an eine Definition der Frühen Förderung gewagt: „Unter dem Begriff der Frühen Förderung können ganz verschiedene Instrumente, Massnahmen oder Prozesse subsummiert werden. So geht es bei der Frühen Förderung beispielsweise darum, Bildungs- und Lernprozesse der Kleinkinder zu ermöglichen und begleiten, die Rahmenbedingungen für dieses Prozesse optimal zu gestalten, Kinder sonder- oder heilpädagogisch zu fördern und die Integration der Kinder in die sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Strukturen der Schweiz zu gewährleisten.“. Frühe Förderung geschieht in den Familien, den Familienergänzenden Betreuungsangeboten sowie in Unterstützungsangeboten wie z.B. der Mütter- und Väterberatung. 

 

Frühe Förderung ist also eine sehr individuelle Sache. Man muss ein Kind kennen, um es optimal fördern zu können und es bedarf einer guten Beziehung, damit diese Begleitung funktioniert. Man muss die Bedürfnisse des Kindes erkennen: Was benötigt es aktuell? Welche Interessen verfolgt es? Was ist im Moment wichtig für das Kind? Wenn dann noch ein wenig entwicklungspsychologisches Wissen dazu kommt, das sich jeder anhand von Büchern (z.B. Babyjahre von r. Largo, Pro Juventute-Elternratgeber) oder im Internet (z.B. www.swissmom.ch) aneignen kann, und das Kind genügend Kontakt mit anderen Kindern geniesst, kann man eine sehr gute Frühe Förderung für das Kind gewährleisten. Spezielle Angebote oder spezifische Unterstützung benötigt ein Kind nur dann, wenn es Entwicklungsauffälligkeiten aufweist. Wenn das Kind sich unauffällig, dem Alter entsprechend entwickelt, benötigt es grundsätzlich keine speziellen Angebote, um sich gut entwickeln zu können.

Frühe Förderung ist also aus meiner Sicht folgendes:

  • Beziehung zum Kind pflegen, das Kind kennen
  • Die Bedürfnisse des Kindes sensibel wahrnehmen und adäquat und prompt reagieren
  • Dem Kind vielfältige Spiel- und Erfahrungsangebote machen (drinnen und draussen)
  • Dem Kind Kontakte zu anderen Kindern ermöglichen
  • Sich professionelle Hilfe holen, wenn das Kind Entwicklungsauffälligkeiten zeigt oder man als Eltern nicht mehr weiter weiss.

Es geht im Grunde darum, das Kind zu begleiten in seiner individuellen Entwicklung und ihm dabei die Hand zu reichen. 

Quellen:


Bei Fragen oder Anregungen dürfen Sie gerne per Mail auf mich zukommen.

 

small Foot AG - Die Kinderkrippe / Pädagogische Leitung

Juni 2021

Lea Catenazzi
Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche FSP