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Programm Frühe Förderung: Sprachförderung

 „Ein vielfältiges Bild von sich und der Welt erwerben Kinder durch den Austausch mit anderen.“ (Orientierungsrahmen, 2016)

 

Viele Eltern wissen, dass die Sprache einer der wichtigsten Entwicklungsbereiche ist. Solange ein Kind sich sprachlich nicht mitteilen kann, sind viele Erziehungssituationen schwierig: Was braucht das Kind? Versteht es, was ich von ihm möchte? Warum reagiert es nicht so, wie ich es erwarte? Auch Aggressionen können manchmal  damit zusammenhängen, dass das Kind sprachlich noch nicht mitteilen kann, was es möchte. Dass die Sprache (Sprache verstehen und sich ausdrücken können) später für die Schulentwicklung zentral ist, versteht sich von selbst.

 

Dennoch bin ich immer wieder erstaunt darüber, dass sich viele Eltern Sorgen machen über die Sprachentwicklung ihres Kindes und unsicher sind, ob sie ihr Kind sprachlich „richtig“ fördern. Deshalb möchte ich mit euch ein paar wichtige Grundlagen der Sprachentwicklung und –förderung teilen.

 

Das Sprachverständnis entwickelt sich früher, als die Sprachproduktion (Sprechen). D.h. das Kind versteht Sprache bereits, bevor es beginnt zu sprechen. Etwa mit 6 Monaten beginnt die Entwicklung des Sprachverständnisses. Wichtig zu wissen ist, dass sich jedes Kind individuell entwickelt – in seinem Tempo. Solange ihr eine Entwicklung feststellt (kein Stillstand) ist dies  ein gutes Zeichen. Aufmerksam solltet ihr werden, wenn euer Kind mit 2 Jahren noch keine 1-Wort-Sätze spricht. Es ist übrigens  häufig, dass Kinder  einen Aussprachefehler haben (z.B. das S/R/SCH nicht richtig sagen können). Bis zum Alter von 5 Jahren muss man sich diesbezüglich nicht sorgen. Auch Stottern ist ein häufiges Phänomen. So lange es innerhalb einiger Monate wieder verschwindet muss man nicht unbedingt aktiv werden.

 

Gerne teile ich mit Euch Eltern ein paar zentrale Hinweise zum Thema Sprachförderung:

 

1. Sprache/Dialekt

Sprecht mit eurem Kind in der Sprache oder dem Dialekt, den ihr am besten beherrscht.

 

2. Viel sprechen
Sprecht viel mit eurem Kind (auch bereits im Babyalter, z.B. indem ihr Handlungen kommentiert) und gebt ihm auch viel Zeit, selber zu sprechen (z.B. indem ihr offene Fragen stellt, alltägliche Tätigkeiten als Sprechgelegenheit nutzt usw.).

 

3. Abwechslungsreiche Sprache
Benutzt eine abwechslungsreiche Sprache (z.B. indem ihr vieles beschreibt und unterschiedliche Wörter für dasselbe benutzt).

 

4. Reime, Lieder und Bilderbücher
Reime und Lieder, sowie das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern sind eine wunderbare Quelle für die Entwicklung der Sprache.

 

5. Beiläufiges Korrigieren
Wenn euer Kind etwas falsch ausspricht wiederholt das Wort/den Satz ganz beiläufig korrekt, ohne das Kind zu drängen, es richtig nachzusprechen.

 

6. Jedes Kind hat ab Geburt den Wunsch, sich auszudrücken und zu verständigen
Jedes Kind hat ab Geburt den Wunsch, sich auszudrücken und zu verständigen – das Tempo der Entwicklung ist jedoch sehr unterschiedlich. Vergleicht also euer Kind nicht zu sehr mit anderen Kindern. Bei Unsicherheiten wendet euch an die Krippenleitung eures Standorts, an mich lea.catenazzi@small-foot.ch oder an eine logopädische Fachstelle.

 

Quelle: Broschüre „Sprich mit mir und hör mir zu!“ https://www.stadtluzern.ch/thema/816

Grenzsteine der Entwicklung

 

Bei Fragen oder Anregungen dürfen Sie gerne per Mail auf mich zukommen.

 

small Foot AG - Die Kinderkrippe / Pädagogische Leitung

Januar 2019

Lea Catenazzi