Säuglinge und kleine Kinder sind voller Entdeckungsfreude und explorieren ihre Umgebung sehr gerne. Dabei sind vor allem Nischen, Schubladen und Schränke enorm interessant. Alles wird geöffnet, untersucht und wenn möglich setzt man sich auch direkt rein. Säuglinge erforschen Gegenstände dabei auch mit ihrem Mund. Nicht alle Unfälle können vermieden werden. Kleine Kinder stolpern, fallen oder haben auch mal eine Schramme. Das gehört zum Entdecken und Ausprobieren dazu und sie lernen dabei, wo ihre Grenze ist.
Es stellt sich dennoch die Frage, wie man die Umgebung gestalten kann, damit die Kinder ihre Entdeckungsfreude möglichst frei ausleben können, ohne dabei grossen Schaden zu nehmen. Denn kleine Kinder können Gefahren noch nicht so gut erkennen, wie ältere Kinder und Erwachsene. Es ist also die Verantwortung der Erwachsenen, die Umgebung so zu gestalten, dass die Kinder nicht eingeschränkt werden, aber dennoch keinen grösseren Schaden davon nehmen.
Im besten Fall wird die Umgebung so gestaltet, dass sie gleichzeitig Struktur und Sicherheit sowie Offenheit für vielfältige Lernerfahrungen bietet. Folgende einfache Grundsätze und Faustregeln gelten, damit beim Spielen in der Wohnung/im Haus keine grösseren Unfälle passieren können:
- Kleinteile (alles das kleiner ist als ein 5 CHF-Stück) sollten für Kinder nicht frei zugänglich sein
- Heisse Flüssigkeiten oder Speisen sollten ausser Reichweite der Kinder sein
- Spitze und scharfe Geräte/Werkzeuge wegschliessen, bzw. nur in Begleitung verwenden lassen (z.B. scharfe Messer)
- Treppen sollten mit Schutzgitter gesichert werden (unten und oben)
- Reinigungsmittel, Medikamente, Gartenprodukte oder andere gifthaltige Stoffe sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden (über 1,5 m Höhe, verschlossene Schränke)
- Pools/Planschbecken/Badewanne: Kinder sollten nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Wasser gelassen werden, bzw. sollten sie immer in griffnähe sein (auch bei Wasser, das nur 10 cm hoch steht besteht Ertrinkungsgefahr)
- Möbel, Kisten oder ähnliches nie vor Fenster oder Balkongeländer stellen. Sie könnten als Kletterhilfe dienen.
- Kinder in Räumen mit offenen Fenstern oder Balkontüren nicht alleine lassen
- Grosse Möbel, wie z.B. Regale, die kippen könnten, an der Wand befestigen
- Keine giftigen Pflanzen/Blumen im Raum haben
Wenn die Umgebung so eingerichtet ist, dass keine schlimmen Unfälle passieren können, sind auch die Erwachsenen entspannter und müssen die Kinder nicht ständig bremsen. Denn für die Kinder ist es enorm wichtig, dass sie sich möglichst frei bewegen und explorieren dürfen.
Weitere hilfreiche Hinweise zur sicheren Gestaltung des Alltags mit kleinen Kindern findet ihr unter: www.ouups.ch
Quelle:
- Bild: www.magnific.com
- Alliance enfance (2025). Orientierungsrahmen für Bildung und Betreuung von Kindern.
- Beratungsstelle für Unfallverhütung: www.ouups.ch
small Foot AG - Die Kinderkrippe / Hauptsitz
Lea Catenazzi
(Pädagogische Leitung, Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche FSP)
