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Was macht eine gute Kinderbetreuung aus?

Eine aktuelle Studie aus der Schweiz betreffend dem Nutzen von familienergänzenden Betreuungsangeboten (Balthasar, A.& Ritz, M., 2020) zeigt es erneut ganz klar: Investitionen (in Form von qualitativ guten und bezahlbaren familienergänzenden Angeboten) in die ersten 4 Jahre eines Kindes zahlen sich auf verschiedenen Ebenen aus. Dabei wird immer wieder betont, dass die Betreuungsqualität entscheidend ist, damit die Kinder von einem Angebot für ihre Entwicklung profitieren können. Da stellt sich doch für viele die Frage, was denn eine gute Betreuung ausmacht?

 

In einer anderen wissenschaftlichen Arbeit wurden Eltern gefragt, was für sie wichtig ist. Genannt wurden von den Eltern: Gesundheit, Sicherheit, sensible und herzliche Bezugspersonen und ein guter Austausch mit den Betreuungspersonen. Fragte man die Kinder, was ihnen wichtig ist, äusserten sie: Die Betreuungspersonen sollten freundlich und nett sein, die Aktivitäten sollten ähnlich sein wie zu Hause und sie wollten mit interessanten anderen Kindern spielen können (undKinder, 2015).

 

 

Für Eltern, die eine Betreuungslösung suchen, ist wichtig zu wissen: Grundsätzlich kommt es v.a. auf die aktiv gelebte Qualität im Umgang mit dem Kind und den Eltern an. Eine hohe Qualität wird erzielt, wenn individuell auf das Kind und seine Bedürfnisse eingegangen werden kann und wenn eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern aufgebaut werden kann. Damit dies möglich ist, werden unter anderen folgende Qualitätspunkte als besonders wichtig herausgestrichen (undKinder, 2015):

  • Ein gutes Konzept muss vorhanden sein, als gemeinsame Orientierung für das Personal
  • Die Qualität wird laufend gemessen und weiterentwickelt im Rahmen von Teamsitzungen, Intervisionen, Fachberatungen usw.
  • Genügend Personal, das gut ausgebildet ist/wird, sollte vorhanden sein (die Vorgaben zum Betreuungsschlüssel sind an vielen Orten 1 Betreuungsperson pro 3-5 Kinder – je nach Alter)
  • Der Beziehungsaufbau zum Kind und das Erkennen von Bedürfnissen haben einen wichtigen Stellenwert, d.h. vor dem Eintritt wird Wert auf eine Eingewöhnung gelegt, Bedürfnisse des Kindes werden erfragt und es wird individuell darauf eingegangen. Grosse Gruppen werden über den Tag aufgeteilt, um besser auf die einzelnen Kinder eingehen zu können.
  • Die Kinder werden individuell gefördert, in dem ihnen sichere, anregende Räume und Spielangebote zur Verfügung stehen, die für sie frei zugänglich sind. 
  • Der Austausch mit den Eltern wird gepflegt, um damit eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft zu erarbeiten.

Wenn diese Punkte berücksichtigt und gelebt werden, ist eine gute Qualität in der Betreuung möglich und das Kind kann für seine Entwicklung profitieren. Dann ist ein Betreuungsangebot nicht „nur“ Betreuung, sondern auch Bildung, Erziehung und Entwicklungsförderung.

 

Quellen:

  • Balthasar, A.; Ritz, M.: Whitepaper zur Investition in die frühe Kindheit: Fokus volkswirtschaftlicher Nutzen. Jacobs Foundation, Zürich 2020.
  • Marie Meierhofer Institut für das Kind. (2015). Qualität in Kitas. Zürich: undKinder.


Bei Fragen oder Anregungen dürfen Sie gerne per Mail auf mich zukommen.

 

small Foot AG - Die Kinderkrippe / Pädagogische Leitung

Oktober 2020

Lea Catenazzi
Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche FSP